Baubeschreibung Panther

Aus PedalWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche
panther
panther

Panther

Panther Stufentandem
Panther Stufentandem


Eigentlich wollte ich 2003 doch ein Liegerad bauen, aber nach einer eher mißglückten Radtour mit meiner Freundin beschloss ich ein Tandem zu bauen. Auf einem Tandem sind beide gleich schnell. Es bleibt jedem selbst überlassen vieviel Vortrieb er beisteuert ;-) Nachdem ein "normales" Tandem für mich wenig Reiz bietet, stand für mich fest, dass es entweder ein Rücken-an-Rücken Tandem oder ein Stufentandem werden müsste. Da Rücken-an-Rücken Tandems etwas lang und vermutlich relativ unpraktisch sind, entschied ich mich für ein Stufentandem a la Hase Pino. Das Ergebnis der ersten fünf Wochenenden in der Werkstatt ist weiter unten zu betrachten, wer will kann es auch bewundern ;-)

Die Konstruktion:

Das Ding besteht aus einem alten Mountainbikerahmen an dem etwas herumgeschweisst wurde. Ich verwendete 50x1mm Stahlrohre (nahtlos, normaler ST37), da ich diese halbwegs einfach auftreiben konnte (Rohr Mertl in Stammersdorf bei Wien). Die Gabel und das 72!!! speichige Vorderrad sind von einem BMX Rad, das ich aus der Fahrradwerkstätte des WUK habe. Ich habe die Geometrie des ursrpünglichen Rahmens unverändert gelassen. Auch die Lenkkopflager blieben an ihrer alten Stelle. Allerdings schnitt ich die Gabel des ursprünglichen Rades ab und an ihrer Stelle schweisste ich einen ca. 10cm langen Hebel an, an dessen Ende die Schubstange befestigt ist, die nun das Vorderrad anlenkt. Die Anlenkung über spielfreie Kugelgelenks-löpfe funktioniert tadellos.

Was funktioniert gut bei der Konstruktion:

  • das Konzept "Stufentandem" ist genial. Man kann während der Fahrt tratschen, ist halbwegs flott und man fällt auf. Trotz der Größe ist das Teil erstaunlich leicht handzuhaben.
  • Nimmt man den vorderen Sitz runter kann man einen ganzen Einkauf mit Kiste Bier transportieren.

erwähnenswerte Details:

  • Ich habe mich entschlossen die vordere Kette links zu führen, das heisst, ich wechsle am hinteren Tretlager die Seite. Man benötigt dadurch hinten zwei rechte Kurbeln und natürlich auch zwei rechte Pedale. Ausserdem ist dann vorne und hinten eine rechte Kurbel auf der linken Seite verbaut. Da der Drehsinn der Gewinde der Pedale der Trittrichtung angepasst ist, können sich die Pedale leichter lösen! Aber: LOP (=KLebstoff-ähnliche Schraubensicherung) hilft. Der Vorteil dieser Konstruktion ist, dass man noch noch alle drei Kettenblätter der rechten hinteren Kurbel zum Schalten zur Verfügung hat. Eine Alternative wäre die Verwendung einer Nabenschaltung (Rohlhoff oder SRAM 3x7/9). Diese Schaltungen kommen mit einem Kettenblatt aus. Man könnte dann vordere Kette ebenfalls rechts führen.
  • der Kettenspanner der vorderen Kette darf nicht federnd ausgeführt werden, denn sonst fällt die Kette wenn der Vordermann einmal nicht so fest tritt und daher der Zugrum entlastet wird.
  • Gewindelöcher für Schrauben im Rahmen habe ich durch einschweissen von Einschlagmuttern, wie sie auch Tischler verwenden, hergestellt.
  • Der Kettenspanner der vorderen Kette dient nicht nur zum Spannen der Kette, sondern er führt sie auch seitlich und verhindert damit ein Ausfallen der Kette, wenn Sie schwingt.
  • Das Kettenschutzrohr ist nicht nur absolut notwendig zur Vermeidung von Schmutz sondern verhindert auch ein Schwingen des Zugtrums der vorderen Kette. Diese ist auf ca. 1.5 metern nicht geführt!
  • Bremsleistung am Vorderrad ist lebenswichtig! Ich habe eine normale V-Brake verwendet, allerdings habe ich die Hebelarme zugunsten größeren Bremsdrucks verändert. Ich habe einfach die Bolzen an der sich die Arme der V-Brakes drehen um ca. 15mm oberhalb der ursprünglichen Position angeschweisst. Die Bremsbacken sitzen daher um untersten Ende ihres Verstellbreichs. Das ganze hat den Nachteil, dass man öfter Nachstellen muss, aber die Bremswirkung ist sehr gut.


Wo gibts Probleme?

  • Den Rahmen zur Gänze selbst bauen! Der Orginalrahmen ist viel zu schwach für ein Tandem. Wenn beide "zutreten" biegt und windet er sich!
  • Der vordere Sitz muss sehr stabil gegen seitliche Bewegung sein. Ist er das nicht, schwingt der Vordermann hin und her. Das gibt ein Fahrgefühl als hätte man ein volles Einkaufs-Sackerl am Lenker hängen.
  • Der Lenkkopfwinkel von 25° ist viel zu flach. Wenn man einlenkt, senkt sich der Sitz des Vordermanns um ca. 1 cm. Will man wieder geradeaus lenken, muss man also den Vordermann um den einen Zentimeter wieder heben. Das benötigt Kraft am Lenker. In normaler Fahrt übernimmt die dynamische Eigenstabilität des Farhrrads diese Aufgabe, aber bei extrem langsamer Fahrt ist dieses Problem merkbar.
  • ich habe nur sehr alte Antriebsteile vom WUK genommen. Einmal ist das Kettenblatt der rechten hinteren Kurbel beim dem Antritt zweier Ungestümer Mountainbiker geknickt. Daher: zumindest hinten stabile Teile verbauen.

Wie würd´ ich V2.0 bauen?

  • Ganzen Rahmen selbst bauen.
  • Besonderes Augenmerk auf die Torsionsfestigkeit im Bereich des hinteren Tretlagers und bei der Aufnahme des Hinterrads
  • Vorne UND hinten 20". Durch die Verwendung eines 20" Hinterrads würden die Belastungen des hinteren Antriebsstranges lum den Faktor 20/28 reduziert. D.h. statt der doppelten Belastung hätte man eine Überlast von lediglich 40%. Das sollten die meisten Teile eine Zeit lang mitmachen.
  • Hydraulische Felgenbremsen
  • Zumindest hinten eine Octalink-Kurbel.



Ich bin unter Mail.to.Alex(ät)gmx.at zu erreichen. Das Rad steht in Wien...

Mehr Bilder unter Alex.2net.at

Persönliche Werkzeuge